
Die Maler der Ikonen haben zeichenhaft gemalt. Als wollten sie uns sagen, hier bei diesem Bild: Leben kommt aus dieser Landschaft nicht. Hier scheint im Gegenteil das letzte Leben abzusterben. Ist das nicht unsere Welt, wo man sich oft Leben gegenseitig schwermacht? Wo man sich gegenseitig Recht auf Leben abspricht? Wo es uns so schwer erscheint, zu teilen und zu leben? Wo Katastrophen, die über uns hereinbrechen, allein noch nicht genügen, sondern wo manchmal ein Volk über das andere herfällt?
Im größten Dunkel hier auf diesem Bild, in einer Felsenhöhle, im Raum des Todes - finden wir das
Kind in einem Viehtrog. Ein blauer Strahl von oben sprengt das Land. Er spaltet Felsen und deckt
die Finsternis im Kern der Erde auf. Der Strahl aus Gottes Welt gibt Kunde, daß das Kind an
Weihnachten gerade für die in Finsternis und Todesdunkel geboren sei. Dieses Kind im Futtertrog
der Tiere ist kein Beitrag zur wohligen weihnachtlichen Stimmung. Wozu es kam, ist hier zu sehen:
Von unten her, noch aus dem tiefsten Dunkel, wird der hier Geborene nach uns greifen und uns nicht
dem preisgeben, was schicksalhaft und starr uns umgibt.
In jedem Dunkel ist seit jener Nacht mehr drin, als wir meinen, auch in der letzten Dunkelheit, wenn das Sterben alle Lichter löscht. Und selbst wo wir erwartungslos und resigniert uns dieser Landschaft anzupassen drohen, sagt dieses Kind: Gib doch nicht auf! Ich bringe Leben hin, wo du es nicht vermutest. Ich wecke Kräfte auf - ganz neu, die vorher nicht vorhanden waren.
Vielleicht will das die Badeszene zeigen - unten links im Bild. Verändert wird die Landschaft, wo Menschen leben, die nicht nur ständig um sich selber kreisen, sondern die sich anderen zuwenden, und das Nötige, Not-wendende tun.
Was Christus uns bedeutet, was er uns bringt, das findet keiner ganz von selbst heraus. Wohl deshalb sind hier die Gesichter, auch das der Mutter, von ihm abgewandt. Kein Mensch kann in dem Kind Christus, den Retter, direkt schauen. Es ist die Stimme eines Boten nötig, der sagt und deutet, was geschehen ist. Ein Engel spricht rechts oben zu dem Hirten. Und die drei Reiter aus der Ferne folgen dem Lichtstrahl, der vom Himmel kommt und zu dem Kinde führt.
Sowohl der Hirte wie die Reiter zeigen: Jeder von uns braucht das Wort, er braucht den Zuspruch, braucht das Zeichen, braucht den Hinweis; denn das alleine bringt uns Menschen in Bewegung. Wir brauchen den, der uns die Ohren öffnet, um zu ermessen, welche Gabe Gott uns gibt mit diesem Kind. Sonst wird es schwer sein, in das Lob miteinzustimmen, das uns in jener Nacht der Chor der Engel sang.
Vorne rechts im Bild sitzt nachdenklich ein Mensch im braunen Mantel. Ein Hirte scheint auf ihn einzureden. Die russische Legende sagt: Es ist kein Hirt. Das ist der Böse im Gewand des Hirten, der hier mit Josef spricht, um ihm den Glauben an das Wunder dieser Nacht aus seinem Herzen zu stehlen.
Wo ist mein Platz, frage ich mich beim Betrachten dieser Ikone?
Hinter einem Felsen als distanzierter Beobachter?
Bei dem, der hört, was ihm verkündet wird?
Beim Bösen, der, was Gott uns gab, zerredet?
Bei denen, die ganz einfach lieb sich um das Kind kümmern, für andere da sind - ungefragt?
Oder bei denen, die aus der Ferne kommen, um den zu suchen, den die Nacht gebar?
Wo ist mein Platz? Ich will mich auf die Suche machen!
Benno Ohrnberger
Liebe Gemeinde,wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen für die bevorstehenden Tage und das neue Jahr die adventliche Erfahrung, daß Warten sich lohnt. Wir wünschen Ihnen die weihnachtliche Freude an der Menschwerdung Gottes und den Frieden, den die Engel den Hirten verkündet haben. |
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| Pfarrer |
2. Vorsitzender des Kirchengemeinderates |
Unser Weihbischof Thomas Maria Renz war selbst im Jahr 1996 Teilnehmer am 123. Männercursillo. Von ihm stammen die Worte: "Ich bin froh und dankbar für die Erfahrung eines derartigen christlichen Intensivkurses, wie ich ihn - trotz 7jährigem Theologiestudium und 13-jähriger Seelsorgeerfahrung - in einer solchen intensiven Gemeinschaftserfahrung noch nie erlebt habe. Am Ende stand eine ganz neue Freude über den eigenen Glauben und die persönliche Berufung." Am Schriftenstand in unserer Kirche liegen Informationsmaterial und Anmeldezettel für diese Glaubenskurse aus.
Gerne stehe auch ich Ihnen für weitere Auskünfte zur Verfügung. Sehr würde ich mich freuen, wenn das eine oder andere Gemeindeglied sich aufmachen würde, um an einem Cursillo teilzunehmen und ähnliche Erfahrungen machen zu können, wie von unserem neuen Weihbischof zu lesen ist. Ich persönlich bin sehr froh und dankbar, daß ich vor vierzehn Jahren an einem solchen Glaubenskurs teilnehmen konnte.
Birgit Kroeker
Wenn man Abschied nimmt ist man zumeist "Schuldner". Man schuldet umfassenden Dank. Gewiß Gott, unserem Herrn, aber genauso den Menschen. Mir ist dies wiederum bei meinem Abschied in Korntal, der für mich zugleich auch Ende der Berufsjahre war, überdeutlich geworden.
Vor allem beim Abschiedsgottesdienst waren meine fast vier Jahrzehnte Arbeit in der Gemeindeseelsorge mit all den vielen Menschen, denen ich begegnen durfte, die mich begleitet und gestützt haben, für die ich Pfarrer war und die mir als solchem vertrauten, schlagartig präsent.
Gewiß ebenso die fast tägliche Erkenntnis jener Zeiten, daß da meine Grenzen und Beschränkungen, meine Fehler und Schwächen waren; daß ich dem allen nie so gerecht werden konnte, wie es eigentlich notwendig gewesen wäre und meinem Dienst entsprochen hätte. Aber im Nachhinein vor allem die tiefe Dankbarkeit für vieles, das doch wie selbstverständlich möglich gewesen war und das getan werden durfte. Diesen Dank wie auch die Vergebungsbitte Gott und den Menschen auszusprechen - und auch an dieser Stelle nochmals zu wiederholen - war mir zuinnerstes Bedürfnis.
Die Gemeinden in diesen Jahrzehnten, die vielen Menschen, die Verantwortungen, die Aufgaben, das Ertragene und Ausgehaltene und auch das Anteilnehmen an den Kümmernissen und Schicksalen Vieler summieren sich am Ende.
Und nun durfte ich "in Frieden scheiden": beschenkt und fast beschämt von einer Summe an Dank, Zuwendung und guten Wünschen. Vergelte Ihnen allen dies Gott, unser Herr.
Erfreut hat mich der erstaunliche Betrag, der für Pater Franz Winkler zusammengekommen ist. Unser Herr Funk hat ihn umgehend überwiesen und die Würzburger Patres haben sich gleich bedankt. Sie sind sehr in Sorge um ihre europäischen Mitbrüder, aber auch um die einheimischen Seelsorger und Gemeinden in Zaire. Beglückt hat mich, daß so rasch und hoffnungsvoll Licht in die Unsicherheiten und das Dunkel um die Wiederbesetzung der Pfarrstelle für Korntal und Münchingen gekommen ist.
In meinem Leben, wie auch in meinen Gemeinden, habe ich immer vertrauen dürfen, daß es so, wie es werden wird, seine Richtigkeit hat, daß es nach dem von mir geliebten alten Choral zuletzt "wohlgetan" ist.
Ihr Walter Thaler
Unser Bischof Walter Kasper hat am 6. Oktober 1998 Pfarrer Adolf Rager die Pfarrei St. Johannes
Evangelist Korntal verliehen. Gleichzeitig hat er ihm die Seelsorge der Pfarrei St.Joseph in
Münchingen/Hemmingen übertragen.
Pfarrer Rager ist 55 Jahre alt und leitet seit 1985 die Pfarreien St. Dionysius in Rottenburg-Dettingen
und St.Johannes Baptist in Rottenburg-Hemmendorf. Nach seiner Investitur, die voraussichtlich am
24. April 1999 stattfinden wird, wird Pfarrer Rager ins Pfarrhaus der Kirchengemeinde St.Johannes
in Korntal einziehen. Wir freuen uns alle, daß die Zeit ohne eigenen Priester nur noch bis zum
nächsten Frühjahr dauern wird und hoffen auf eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit mit
unserem neuen Pfarrer und der St.-Josephs-Gemeinde.
Meine Familie - meine Frau und unsere drei Kinder
(19,17,15 Jahre, zwei Mädchen, ein Junge) - wird in den Weihnachtsferien den großen Umzug
in Angriff nehmen. Nach 16 Jahren in der Kleinstadt Horb hat sich in einer großen Wohnung
doch sehr oder zu viel angesammelt. Geboren wurde ich 1951 in Tübingen - und hatte danach
ein bewegtes Leben mit vielen Wohnsitzen: Börstingen, Salach, Lochau, Bad Wurzach, Tübingen,
Wien, Altshausen, Rottenburg und noch weitere. Viele Umzüge, immer neue Menschen, eine
gründliche Ausbildung in der Volksschule und am Gymnasium, an den Universitäten Tübingen
und Wien, sowie an den Musikhochschulen Wien und Rottenburg zum katholischen Diplom-Theologen
und B-Kirchenmusiker. 1978 heirateten meine Frau Jutta - unter anderem ebenfalls Kirchenmusikerin -
und ich. Nach jahrelangem Leben als freischaffender Musiker (Musiklehrer, Dirigent, Organist)
ging es 1980 als Pastoralassistent nach Köngen und Unterensingen bei Nürtingen. Nach der Zweiten
Dienstprüfung zogen wir zwei Jahre später den Neckar aufwärts nach Horb. Dort waren es dann
hauptsächlich Jugendarbeit, Freizeiten und Fahrten, Gottesdienste, Bibelarbeit, Verflechtung
von Kirche und Vereinen, Religionsunterricht an der Schule, Meditation und viel Musik, die unser
Leben und unsere Arbeit prägten. Nun sind wir gespannt auf die neue Aufgabe in den hiesigen
Gemeinden und hoffen, daß wir uns mit vielen auf den Weg machen können.
| 1. Sonntag im Monat: | 10.30 Eucharistiefeier |
| 2. Sonntag im Monat: | 9.00 Eucharistiefeier |
| 3. Samstag im Monat: | 18.15 Eucharistiefeier |
| 3. Sonntag im Monat: | 10.30 Wortgottesdienst |
| 4. Sonntag im Monat: | 9.00 Eucharistiefeier |
| 5. Sonntag im Monat: | 9.00 Eucharistiefeier |
16.30 Beichtgelegenheit
18.15 Eucharistiefeier
Sonntag, 20. Dezember
10.30 Wortgottesdienst
17.30 Bußfeier
Dienstag, 22. Dezember
7.50 Ökumenischer Schulschluß-Gottesdienst für das Gymnasium
8.45 Eucharistiefeier für die Grundschüler
Mittwoch, 23. Dezember
7.50 Eucharistiefeier
Donnerstag, 24. Dezember
16.00 Krippenfeier für Kinder und ihre Angehörigen
22.00 Christmette
Freitag, 25. Dezember
10.30 Wortgottesdienst
Der Kirchenchor singt das Gloria von Vivaldi.
Samstag, 26. Dezember
9.00 Eucharistiefeier
Sonntag, 27. Dezember
9.00 Eucharistiefeier
Mittwoch, 30. Dezember
7.50 Eucharistiefeier
Donnerstag, 31. Dezember
18.15 Wortgottesdienst Jahresschlußandacht
Freitag 1. Januar
9.00 Eucharistiefeier
Sonntag, 3. Januar
10.30 Eucharistiefeier
Mittwoch, 6. Januar
9.00 Eucharistiefeier mit den Sternsingern
10.30 Ökumenischer Gottesdienst mit der Christuskirche in St. Johannes
Freitag, 5.März
Weltgebetstag in St. Johannes
Sonntag, 18. April
10.00 Erstkommunion
18.00 Dankandacht
Termine: Jeweils dienstags am 1., 8., 15. und 22. Dezember um 6.00 Uhr mit anschließendem Frühstück in der Nebensakristei. Bitte bringen Sie eine Kerze mit.
Der Text verwendet den Vers 45,8 aus der Jesaja-Prophetie, der die Heilssehnsucht des Volkes Israel in der babylonischen Verbannung ausdrückt. Der christliche Glaube sieht hier, wie es das Adventslied ausdrückt, eine der alttestamentarischen Vor-Ankündigungen des Heilands.
Ein Unterschied fällt am Rande auf, wenn man den Text neben der Bibelübersetzung sieht: Wo der
Mess- und Lied-Text sagt "Tauet den Gerechten" heißt es in der Bibelübersetzung "laßt Gerechtigkeit
regnen".
Woher dieser Unterschied? Eine Erklärung bietet ein historischer Vorgang im frühen Mittelalter,
die Überarbeitung des hebräischen Urtextes des Alten Testaments durch die Masoreten, jüdische
Bibelausleger. Der Urtext war ohne die Punktation geschrieben, die ja in der hebräischen
Konsonantenschrift die Vokale festlegt. So konnte je nach Wahl der Vokale entweder "Zedek"
(Gerechtigkeit) oder "Zadik" (der Gerechte) werden. Hintergrund der Personalisierung des
Begriffes mag gewesen sein, daß dieser Jesaja-Vers bei der masoretischen Auslegung als Loblied
auf Kyros (Koresch), den Befreier aus der babylonischen Gefangenschaft, gesehen wurde.
Wilfried Polnik